Chodoriv
Die Stadt Chodoriv (Juli 2001)Chodoriv, etwa 70 km südlich von Lviv, ist eine Stadt mit 15.000 Einwohnern. Früher arbeiteten hier eine Zuckerfabrik, die jetzt nicht mehr produziert, eine Fleischfabrik, die nur noch schlachtet und nach Rußland exportiert (inzwischen ist der Betrieb wieder eingestellt), eine Konservenfabrik, die ebenfalls nach Rußland liefert. Dazu kommen zwei Sägewerke und zwei Ziegelsteinwerke. Früher, vor der Sowjetzeit, war die Stadt berühmt für ihre Fische, die bis nach England exportiert wurden. Seit über 10 Jahren arbeiten wir mit dem Bürgermeister der Stadt und der Organisation “Barmherzigkeit” zusammen. Inzwischen läuft unsere gesamte humanitäre Hilfe über die Stadt. Hier werden alle Zollformalitäten erledigt und die Genehmigungen besorgt, so dass unsere Transporte relativ problemlos abgewickelt werden. Deshalb war es auch nötig, das Bürgermeisteramt und die Organisation mit Büromöbeln, Telefon, Fax, Computern und Kopiergerät auszustatten. Alle Hilfsgüter werden in einem großen, bewachten Lager eingelagert. Von hier aus werden die humanitären Hilfen weiter verteilt; sei es in die umliegenden Dörfer oder nach Lviv, Turka, Sambir, Kiew und andere Orte. Die Barmherzigkeit übernimmt die Verteilung der Hilfe an sozial schwache Bürger in Chodoriv und in den umliegenden Dörfern. Diese Arbeit ist zum Modell für die Abwicklung der humanitären Hilfe im Bezirk Lviv geworden. Das war nur möglich durch das gegenseitige Vertrauen, das langsam gewachsen ist. Dennoch werden bei allen Transporten Kontrollen durchgeführt und schriftliche Bestätigungen von allen Empfängern humanitärer Hilfen verlangt. Wir und die Organisation überprüfen regelmäßig die Bedürftigkeit der Empfänger. Wenn die Hilfe eingestellt werden soll, so muss das uns gegenüber begründet werden. Eine kürzlich von den dortigen Behörden durchgeführte Revision ergab eine korrekte
In Chodoriv unterstützen wir vorrangig das Krankenhaus, den Kindergarten und viele bedürftige Personen. Die Schulen und der Kindergarten erhielten Schulbedarf, Papier, Malstifte, Schulhefte und Spielsachen. Der Kindergarten erhielt von uns Geld, um Kochtöpfe und Geschirr zu kaufen. Oft empfehlen wir bei besonders schwierigen Familienverhältnissen kein Geld auszuhändigen, sondern mit dem gespendeten Geld die Gas- und Stromrechnungen zu begleichen. Die Organisation erhält von uns auch regelmäßig Geld für den Kauf von Lebensmitteln. Damit wird im Kindergarten und in der Schule eine Schulspeisung für Waisen und Kinder aus armen Familien finanziert.
Das Krankenhaus in Chodoriv
Nach Aussage des Bürgermeister von Chodoriv, Oleg Kotsovskij, hätten sie das Kreis-Krankenhaus schließen können, wenn wir nicht geholfen hätten. Neben 2 kompletten Röntgenanlagen erhielten sie ein EKG- und Ultraschallgerät, OP-Wäsche, Bettwäsche, Vorhänge, Personalkleidung, Kranken- und Langzeit-Betten, Matratzen, Medikamente, Einwegspritzen, Rollstühle, Kindernahrung, Geld für die Reparatur von Rettungswagen, OP-Tische, OP-Besteck, Verbandsmaterialien, Zahnbehandlungsgeräte, Büromöbel und vieles mehr. Die Kinderabteilung erhält regelmäßig Babynahrung. Mit dem Ultraschallgerät wurden im Jahr 2000 ca. 2300 Untersuchungen durchgeführt. Wünschenswert wäre ein weiterer Scankopf. Aber da sind unsere finanziellen Möglichkeiten sehr eingeschränkt. Wenn wir heute das Haus besuchen, dann können wir uns kaum noch vorstellen, wie vor 6 Jahren dort überhaupt gearbeitet werden konnte. So konnte die Leitung des Krankenhauses im Jahr 2001 eine eigene gynäkologische Abteilung einrichten.
Wechsel im Bürgermeisteramt von Chodoriw
Im März 2006 fanden Wahlen in der Ukraine statt. U. a. wurden auch die Bürgermeister neu gewählt. Bürgermeister Oleg Kotsovskij unterlag seinem Herausforderer Horatschek.
Unsere Hilfstransporte konnten nach der Wahl wieder fortgesetzt werden.




