Turka
Ein Linienbus aus Turka transportiert unsere Pakete
Das Gebiet um die Stadt Turka
Dieses Gebiet zählt mit zu den ärmsten Regionen in der Ukraine. Vor uns haben schon andere Personen versucht zu helfen, aber resigniert wegen der Unfähigkeit der Verantwortlichen. Wir arbeiten in Turka mit dem Verein “Ukrainische Jugend in Christus” und dessen Leiterin Myroslava Kalynyc zusammen. Die Arbeit und Verteilung klappt gut, weckt aber schon die Begehrlichkeiten der offiziellen Stellen.
Wir liefern inzwischen ca. 4 Tonnen je Transport nach Turka. Vor allem Kleidung, Schuhe und Wäsche. Was dort ganz dringend benötigt wird, sind Bettwäsche und Schuhe. Ganz schlimm dran sind Kranke und Behinderte, die kaum auf Unterstützung hoffen können. Frau Kalynyc sorgt dafür, dass die Hilfen auch in das entlegenste Dorf kommt. Unsere Besuche in diesem Gebiet haben bestätigt, wie dringend Hilfe benötigt wird. Die Menschen leiden unter der Unfähigkeit der Behörden und der Hinterlassenschaft des Sowjet-Systems besonders. Seit dem Hochwasser im Sommer 2000 gibt es in der Stadt keine Wasserversorgung. Das Wasserwerk arbeitet nicht, die Leitungen sind zerborsten. Nur die Wohnungen, die an die Leitungen aus der K. u. K. Zeit angeschlossen sind, haben Wasser. Die Menschen müssen Wasser aus dem Fluss holen oder aus Brunnen schöpfen.
Bei unserem letzten Besuch in Turka besuchten wir das Waisenhaus. Dort sind ca. 165 Kinder zwischen 6 und 18 Jahren untergebracht. Der Direktor entschuldigte sich gleich für den Zustand des Gebäudes. Vor kurzem waren Vertreter des Kreises zur Inspektion im Haus. Durch das Dach regnet es. Die Fenster sind mit Pappe und Zeitungen verkleidet, weil es kein Fensterglas gibt. Die Doppelfenster sind mit Moos, Papier und Lumpen ausgestopft, weil es keine Heizung gibt. Die Kinder sitzen in dicken Jacken im Klassenzimmer. Das Wasser zum Waschen wird in Plastikflaschen aus dem Brunnen geholt. Geld von seiten des Staates ist Mangelware. Seit 12 Jahren haben sie kein Geld für Wäsche erhalten. Das Brot wird seit geraumer Zeit auf Pump gekauft. Das alles hat die Vertreter des Kreises nicht gestört. Kritisiert haben sie den Direktor, weil er keine Blumen auf den Fensterbänken hat. Das Waisenhaus braucht ganz dringend Kinderbettwäsche (Kissen, Laken, Bett- und Kissenbezüge), Wolldecken, Matratzen für Kinderbetten, aber das gleiche auch für die großen Kinder, Schulbedarf, Kühlschrank, Waschmaschine.
Ein weiteres Waisenhaus in Turka haben wir im November 2002 besucht. Hier sind etwas ältere Jugendliche untergebracht, die eine Berufsausbildung erhalten. Benötigt wird auch hier alles, was wir oben schon beschrieben haben.
Eine 10-köpfige Familie in ärmlichsten Verhältnissen
Schlafraum im Waisenhaus von Turka


