2007 Oktober
Ukraine Aktivhilfe München e.V. – Fahrt in die Ukraine vom 22. – 29.10.2007
Vielen herzlichen Dank allen, die sich an unserer Spendenaktion am 19./20.10.2007 beteiligt haben. Wir waren etwas ängstlich, ob sich denn auch genügend Helfer an den beiden Tagen beim Sortieren, Packen und Laden mitbeteiligen würden. Aber unsere Angst war umsonst. Es herrschte der übliche Trubel und als am Samstag gegen 16 Uhr der LKW randvoll geladen war löste sich die Spannung. Dank auch an die vielen Spender die ihre Pakete anschleppten und im kleinen Büro der Firma Stöger ihren Obolus für das Gewicht bei Frau Haller und Frau Krauß bezahlten.
Wie immer nach einer großen Sammelaktion fahren Mitglieder des Vereins zur Begleitung des LKW´s und zur Überwachung und Kontrolle der Hilfsgüter für einige Tage in die Ukraine. Angemeldet waren: Peter Malter, Maria Salak, Sepp Rammelsberger, Arnold Nowak, Brigitte Hovland und Albert Denk aus Mengkofen.
Abfahrt war auf Montag, den 22.10.07, 14.00 Uhr festgelegt. Treffpunkt wie immer an der Hellensteinstraße 2 a bei Peter Malter. Sepp Rammelsberger musste die Fahrt wegen gesundheitlicher Probleme leider kurzfristig absagen. Das haben wir sehr bedauert, denn mit ihm fiel ein guter Fahrer aus. Vom „goldenen Oktober“ konnte nicht die Rede sein als wir in München abfuhren. Trist und trüb, Gott sei Dank kein Nebel, dafür aber freie Autobahnen. An der Autobahnraststätte Pentling, kurz vor Regensburg, holten wir Albert Denk mit in unsere Crew. Er hat in seinem Wohnort Mengkofen schon einige Male die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ für Waisenkinder in der Ukraine initiiert und andere Spendenaktionen zugunsten der Ukraine Aktivhilfe aufgezogen. Aus diesem Grund wollte er einmal hautnah erleben wie die Organisation bei uns so läuft. Ab hier löste ich Arnold Nowak für die nächsten 300 km ab. Problemlos kamen wir in den Regierungs-bezirk Oberfranken. Hier überkamen uns fast weihnachtliche Gefühle, denn die Wälder und Flure waren mit Schnee überzuckert, ein wunderbarer Anblick. Im Vogtland war der Schnee verschwunden, dafür aber hatte der Verkehr ziemlich zugenommen. Trotzdem kamen wir gut voran und bald erreichten wir die deutsch-polnischen Grenze. Geld tauschen, anschließend tanken. Die Dunkelheit hatte uns längst eingeholt und ab der Grenze mussten wir bis Chojnow ca. 160 km bei dichtem Verkehr über gut ausgebaute Landstraßen fahren. Bei Chojnow dann auf die A4 über Wroclaw, Opole, Katowice, Krakow. Müdigkeit machte uns etwas zu schaffen, deshalb eine längere Pause bei Krakow. Nach Krakow auf der Bundesstraße 4 ca. 130 km nach Tarnow und weitere 180 km nach Rzeszow. Bis zur Grenze noch mal 176 km. Die Kilometer zogen sich ganz schön hin, aber Dienstag, 23.10.07 gegen 6 Uhr waren wir an der Grenze. Die polnischen Grenzer hatten eine Woche gestreikt und leisteten jetzt „Dienst nach Vorschrift“. Wir waren gespannt wie sich das auf unseren Grenzübertritt auswirken würde. Wir fuhren an einer sehr langen LKW-Schlange zur eigentlichen Grenze vor. Pkws waren kaum vorhanden und so kamen wir relativ schnell zu den ukrainischen Beamten. Hier wurde uns freundlich der Passierschein in die Hand gedrückt. Überraschenderweise waren wir fast das einzige Fahrzeug. Wir mussten die Einreisezettel ausfüllen, Gesichtskontrolle durch eine ausgeschlafene Beamtin, der Zoll wünschte uns eine gute Weiterreise und ehe wir uns umschauten, waren wir schon auf dem Weg nach Lviv. So schnell sind wir noch nie über die Grenze gekommen. Die Weiterfahrt nach Lviv gestaltete sich, durch den aufkommenden Regen recht trostlos. Gegen 10 Uhr wurden wir in der Kopernykastraße von Frau Halla erwartet. Zimmer beziehen, frisch machen, frühstücken, so die Reihenfolge. Maria Salak hatte schon von München aus das Besucherkarussell festgelegt: Caritasheim der Straßenkinder, Uniklinik Dr. Ivasjuk und Dr. Losynskyj, Nähschule.
Die Leiterin des Caritasheimes, Frau Olga Bilous erwartete uns schon. P.Malter und M. Salak übergaben Frau Bilous neue Paketlisten, überprüften die alten Listen und ergänzten verschiedene Adressen. Ebenso wurden Briefe für verschiedene Familien weitergegeben. Probleme bereiteten einige Pakete die auch nach mehrmaligem Anschreiben und Anrufen der Empfänger nicht abgeholt worden waren. P. Malter wird mit den Absendern klären, ob die Pakete in diesem Fall anderweitig an bedürftige Menschen weiter gegeben werden dürfen. Für die Lagerung der Pakete wurde am Gartenhaus ein Raum renoviert. Ebenso sollen die Wege im Garten erneuert werden, damit das Gartenhaus besser erreicht werden kann. Frau Bilous berichtete, dass im Moment wegen fehlender Finanzen weniger Kleinkinder im Haus aufgenommen werden können. Das Computerprojekt sei nach wie vor ein voller Erfolg. Für mich persönlich wäre es einmal interessant die Essensausgabe für die im „Untergrund“ lebenden Straßenkinder mitzuerleben. Vielleicht lässt sich dieser Wunsch bei einer unserer nächsten Fahrten realisieren. Peter Malter übergab Frau Bilous eine Geldspende für die Arbeit an den Straßenkindern. Herr Denk überreichte Schokolade, Müsliriegel und Kaffee als „Mitbringsel“.
In der Uniklinik freuten sich Dr. Ivasjuk und ihre MitarbeiterInnen über unseren Besuch. Besonders groß war die Freude über eine Plastiktüte voll Penicillin und verschiedenen anderen Medikamenten, die Maria Salak als Spende überbrachte. Dr. Ivasjuk führte uns in einige Krankenzimmer. Sie bat uns um Stühle für Besucher. Da es in der Ukraine keine Krankenversicherung wie bei uns in der BRD gibt, muss die Versorgung der Patienten durch Angehörige sichergestellt werden. Damit diese nicht den ganzen Tag auf dem Bett des Patienten sitzen müssen wären zusätzliche Stühle notwendig. Wir wurden auch in die sog. „Cafeteria“, dem Essraum für Patienten die Aufstehen können geführt. Ein schlichter Raum mit Tischen und Stühlen – eine Spende aus München. Hier werkelte eine kleine alte Frau, die wir schon voriges Jahr bei der Essensausgabe begleitet hatten. Sie berichtete, dass sie seit 54 Jahren hier in dieser Klinik arbeitet und schon bessere Zeiten gesehen hat. An diesem Tag fuhr sie, wie jeden Tag das, aus Suppe, Kartoffelbrei mit Pilzsoße und Krautsalat und einem Kanten Brot bestehende Essen aus. Beim weiteren Gang durch die Abteilung fielen uns viele Dinge auf die dringend repariert werden müssten. Die Gastfreundschaft und die Dankbarkeit in dieser Abteilung waren spürbar. Im Schwesternzimmer wurden uns Kaffee, Kekse und Obst angeboten. Da wir in der Nähschule angemeldet waren, konnten wir nicht lange bleiben. Zuvor wollten wir noch bei Dr. Losynskyj (Proktologie) im Nebengebäude vorbeischauen. Leider operierte er noch und so vereinbarten wir mit seinem Mitarbeiter einen Termin für Freitagspätnachmittag bei uns in der Kopernykastrasse.
Die Fahrt zur Nähschule, quer durch die Stadt, gestaltete sich zum Hindernislauf. überall wurden im Moment Straßen aufgerissen, Rohre verlegt und damit für den Verkehr gesperrt. Nach mehreren Anläufen kamen wir verspätet dort an. Direktor Daz und Maria Patyc, Konrektorin, begrüßten uns und dankten überschwänglich für die Computer und Tische und sie freuten sich, als sie hörten, dass auch beim neuen Transport einiges für die Nähschule dabei ist. U.a. eine alte Industrienähmaschine, die, wenn erst überholt, sicherlich gute Dienste im Unterricht leisten wird. Wie könnte es auch anders sein, wir wurden zu einem, von Schülerinnen der Hotelfachschule gedeckten Tisch gebracht und gut bewirtet. Dieser so liebevoll gerichtete Imbiss hat uns gut getan.
Da es in Lviv gefährlich ist ein ausländisches Auto auf der Straße zu parken, waren wir froh, dass wir den Bus bei Freunden unterstellen konnten. Von da aus fuhren wir mit der Trambahnlinie 2 in unsere Wohnung, wo wir gegen 18 Uhr ankamen. In der Küche ließen wir bei einem Glas Bier mit einer Tagesreflexion und der Tagesplanung für den kommenden Tag, den Abend ausklingen. Wir waren froh, dass die Fahrt ohne Komplikationen verlaufen war. Wir wurden nicht alt an diesem Tag, gegen 21 Uhr fielen, zumindest mir die Augen zu.
Mittwoch, 24.10.2007
6 Uhr aufstehen, Schnelldurchlauf durchs Bad, Frühstück und 8 Uhr Abfahrt nach Turka. Wetter kalt, trüb und regnerisch. Nach Sambir hörte das Schmuddelwetter auf, es blieb aber trüb. Gegen 10.30 Uhr waren wir in Turka. Frau Kalynytsch empfing uns mit ihrer Mitarbeiterin vor dem Waisen-haus. Im Waisenhaus wurden wir von der Konrektorin herzlich begrüßt. Beim Gang durch das Haus fiel mir wieder auf, dass die Gänge und Toiletten ununterbrochen gewischt wurden, die Toilettenschüsseln selbst starrten vor Schmutz. Es wäre sicherlich hilfreich, der Putzfrau den Umgang mit Bürste und Scheuermittel beizubringen. Der Elektroboiler war inzwischen repariert und die Wasch-maschine in einem extra Raum angeschlossen. Im Speiseraum wurden gerade die Tische zur Pause gedeckt. Unsere Kaffeehaferln waren im Einsatz. Den auf der Wunschliste der Küche stehenden elektrischen Fleischwolf haben wir trotz intensiver Suche noch nicht auftreiben können. Hier bleiben wir am Ball. Den aus dem Jugendgästehaus in München stammenden großen Elektroherd werden wir beim nächsten Transport mitliefern. Was dringend gebraucht wird sind Kühlschränke. Der kleine Kühlschrank in dem die Speiseproben für den „sanitären Dienst“ aufbewahrt werden hat den Geist aufgegeben. Im Stillen dachte ich mir, ein Glück, dass der Winter kommt, da lässt sich so manches ohne Kühlschrank aufbewahren.
Die Köchin hatte kleine Reiberdatschi, Pilzsoße, Ofenkartoffeln und gebratenen Hecht zubereitet, die uns mit heißem Tee in einem Nebenraum der Küche angeboten wurden. Dass wir im Waisenhaus bewirtet wurden war für uns neu, wir haben uns über diese Geste gefreut. Anschließend besichtigten wir noch einige Schlafräume. In jedem Schlafraum sind 8 – 10 Kinder untergebracht. Die Kinder teilen sich einen Kleiderschrank und eine kleine Kommode. Einige der Schlafsäle sind schon mit neuen Betten ausgestattet. Wohnlich wirken die Räume durch schöne Bettüberwürfe, die aus der Spende eines Münchner Hotels stammen. Was bei dieser „Wohnlichkeit“ krass ins Auge fällt sind die Stühle: uralt, rissige Sitzflächen. Einige Stühle haben noch eine Lehne, bei anderen ragen nur noch die Stahlrohre in die Luft. Bei uns wären sie schon längst im Wertstoffhof gelandet. Hier wäre die Anschaffung neuer Stühle kein Luxus. Wir werden sehen was sich da von unserer Seite aus tun lässt. Die Konrektorin führte uns in ihr Büro und zeigte ihre Arbeitsmaterialien und den von der Stadt gespende-ten Fernseher mit Videorekorder der im Unterricht eingesetzt wird. Sie berichtete auch von den Plänen die Turnhalle im Obergeschoss des Hauses zu renovieren. Beim Verabschieden trafen wir die alte Waschfrau und fragten, was aus der Waschküche geworden ist. Die Konrektorin schloss uns den Keller auf und wir tasteten uns in die Katakombe hinab. Der Keller ist sozusagen „trockengelegt“ worden, die alten verrosteten Maschinen sind verschwunden. Gerne würden sie hier renovieren und die Trockenanlage wieder instand setzen, aber es fehlen, wie zur Realisierung des Turnhallenprojekts ganz einfach die Gelder.
Frau Kalynytsch hatte mit dem Chefarzt der Inneren Abteilung der Poliklinik einen Besichtigungstermin vereinbart. Wir holten den Arzt vor der Poliklinik ab und fuhren über Straßen die von Schlaglöchern förmlich durchsiebt waren zum Gebäude der Inneren Abteilung. Ein dreistöckiges altes Haus. Im Innenhof wo wir parkten reiner Morast. In einer Ecke ein Aushub in dem der Abfall entsorgt wird. Aus dem Kamin des Heizungshauses quoll dichter schwarzer Rauch, ein Zeichen, dass geheizt wird. Beim Betreten des Gebäudes sahen wir als erstes eine kleine Andachtsecke mit einer Marien-statue, die übrigens in jeder Klinik zu finden ist. Einige Ärzte begrüßten uns und bedankten sich für die von uns gelieferten Betten. Wir wurden in einige Krankenzimmer geführt. Es fällt mir schwer das zu schildern was wir hier sahen. Große Räume in den bis zu 10 Betten standen. Die Wände nackt, teilweise bröckelte der Putz ab und an manchen Deckenecken drückte Nässe durch. An einigen Betten ein kleines Heiligenbild über dem Bett. Keine Vorhänge. Jedem Bett war ein, kurz vor dem Zusammenbruch stehender Nachttisch, zugeordnet. Die Patienten lagen dick angezogen in den Betten. Die Matratzen waren mit Tüchern notdürftig abgedeckt, als Zudecken wurden Wolldecken verwendet. Mir grauste es vor den nicht abgedeckten Matratzen, den Kissen und Decken der nicht belegten Bet-ten. In jedem Zimmer in das wir geführt wurden fanden wir die gleichen Zustände. Notwendig wären hier Matratzenbezüge, Bettwäsche, ordentliche Zudecken, neue Kopfkissen und Nachttische und etwas freundliche Farbe an die Wand würde die Trostlosigkeit m. M. etwas mildern. Unser Ultraschallgerät war von der Chirurgie hierher „verlegt“ worden und in Gebrauch. Die Intensivstation in einem ehemaligen Badezimmer untergebracht war leidlich sauber und Gott sei Dank nicht belegt! Im Gang entdeckten wir ein uraltes und nicht mehr funktionierendes Röntgengerät. Das Chefarzt- und Behandlungszimmer war aufs notdürftigste möbliert, für uns unverständlich! über der ganzen Station lag eine gewisse Hoffnungslosigkeit – was können wir tun, es ändert sich ja nichts, „wir sind Gottes vergessene Kinder.“ (persönlicher Eindruck der Schreiberin). Die Ärzte und Schwestern versehen ihren Dienst so gut dies mit den vorhandenen Ressourcen möglich ist. Das ist sicherlich nicht einfach.
Vom Krankenhaus dirigierte uns Frau Kalynytsch zu einer armen Familie. Wir hielten vor einem klei-nen freistehenden Haus im Karpatenstil. Vorsichtig bewegten wir uns auf dem vom Regen aufgeweichten Weg zum Haus. Das Untergeschoss, früherer Stall und einige Wohnräume sind nicht mehr nutzbar. Davor ein großer Stapel Holz der noch vor dem Winter zu Kleinholz verarbeitet werden muss. Wir traten in einen, mit verschiedensten Dingen voll gestelltem Vorraum, dann die Küche. Ein kleiner gemauerter Herd, der Wärme für das Haus abgibt. Auf dem Herd Vorbereitungen für das Mittagessen. Daneben die Wintervorräte in Säcken gestapelt. Ein kleines Küchenbuffet kurz vor dem Zusammenbruch. Eine junge, hübsche Frau mit zwei Kindern, 3 und 4 Jahre alt, begrüßte uns. Frau Kalynytsch berichtete, dass die Lage der Familie dramatisch sei. Vier Kinder, zwei davon in der Schule, zwei im Kindergarten, der Mann und sie arbeitslos von den Eltern werden sie so gut wie möglich unterstützt. Diese haben auch die Einrichtung des einzigen Zimmers im Haus bezahlt, sonst wäre die Lage noch schlimmer. Das ca. 15 qm große Zimmer, ist durch die neuen Möbel wohnlich eingerichtet. Bett, 2 große Sessel, 1 Sofa, hier schläft und wohnt die ganze Familie. Arg betroffen von der Not dieser Menschen verabschieden wir uns. Die Kinder freuten sich über die mitgebrachte Schokolade und Nesquick. Frau Kalynytsch wollte uns noch zu einer bedürftigen Familie bringen. Da sie aber versäumt hatte uns anzumelden, lehnten wir den Besuch, zur Wahrung der persönlichen Würde ab. Bei der dritten Familie klopften wir vergeblich, uns wurde trotz Anmeldung nicht geöffnet. Wir vermuten, dass sie sich ihrer Not geschämt haben! Frau Kalynytsch und ihre Mitarbeiterin berichteten, dass in dieser verfallenen Hütte Großmutter, Enkelin mit Ehemann und 4 Kinder wohnen. Die Mutter hat vor Jahren die Familie verlassen. Als wir später im Lagerraum von Frau Kalynytsch unsere üblichen Formalitäten erledigten, wurden uns die Zwillingsmädchen dieser Familie vorgestellt. Alle Kinder, denen wir bisher begegneten waren einfach, aber sehr sauber gekleidet, vieles stammt aus unseren Hilfspaketen.
Gegen 14 Uhr verabschiedeten wir uns. Maria Salak hatte noch einen Termin mit Dr. Tschaplynskyj, dem Leiter der Unfallchirurgie und Orthopäde in der Klinik von Sambir vereinbart. Dieser erwartete uns schon am Stadtrand und wollte uns zur Klinik bringen – so dachten wir – aber er hielt vor einem niedrigen Gebäude – es ähnelte einem Kiosk – und lud uns zu einem kleinen Essen ein. Lächelnd erklärte er, dass in diesem so unscheinbaren Gebäude eine Gaststätte mit einer hervorragenden Küche untergebracht sei. Wir konnten nach dem Essen der Aussage von Dr. Tschaplynskyj nicht widersprechen. Dann aber ging es in die Klinik. Vor Eintritt in seine Abteilung wurden uns gestärkte weiße Umhänge verpasst – wegen der Sterilität! Sein Arbeitszimmer war einfach eingerichtet und ein Schrank mit Operationsbestecken weckte mein Interesse. Zwischen diesen Stahlbestecken entdeckte ich zwei echte Flachzangen, wie sie im Werkzeugkasten meines Mannes vorkommen! Stolz zeigte er uns eines der in Eigenregie „Selbst ist der Mann“, frisch renovierten Zimmer, mit den von uns gelieferten Betten. Während die Patienten angezogen auf den Betten sitzen, müssen alle Besucher die weißen Umhänge tragen! Andere Krankenzimmer stehen noch vor der Renovierung. Das soll so peu a peu vor-genommen werden, halt wie Geld vorhanden ist. Sein ganzer Stolz aber ist der neu eingerichtete schön verflieste Sanitärraum mit Toilette, Waschbecken und Dusche. Hier spürten wir, dass Dr. Tschaplynskyj nicht nur um seines guten Namens Willen hinter all dem steht, sondern er wünscht sehr, dass es menschlich und medizinisch Vorwärts geht. Er erzählte uns beim Essen, dass er in enger Verbindung mit einer polnischen Klinik steht, um hier neue OP-Methoden zu lernen, die er dann in der Ukraine anwenden kann, wie z.B. der Einsatz neuer Kniegelenke. Auch hier der Wunsch nach mehr Bettwäsche und technischer Ausstattung, sprich: Operationsbesteck etc. Wir nehmen es mit auf unsere „Bestellliste“.
Müde kamen wir gegen 18.00 Uhr in unserer Unterkunft an. Ein kleiner Stadtbummel schüttelte uns die Müdigkeit aus den Knochen und am Abend saßen wir in unserer Küche und ließen den Tag mit seinen vielen Eindrücken an uns vorbeiziehen. Froh machte uns auch der Anruf des polnischen LKW-Fahrers, der gut in Chodoriv angekommen war.
Donnerstag, 25.10.2007
8.30 Uhr, Abfahrt nach Chodoriv. Dichter Nebel zwang uns zu vorsichtigem Fahren, aber zwischendurch riss die Nebeldecke immer wieder auf und ließ auf einen schönen Herbsttag hoffen. Die Straße war inzwischen relativ gut ausgebaut, auch die Brücke vor Chodoriv, das „Jahrhundertbauwerk“ war endlich fertig gestellt, nur an den Straßenanschlüssen wurde noch gearbeitet. 9.50 Uhr Ankunft vor dem Lager. Vor der Halle der LKW zum Abladen bereit. Frohe Begrüßung durch Maria Kalynec und ihren ehrenamtlichen Helferinnen. Vitalij Rudyj unser ukrainischer Zöllner und die Männer zum Abladen standen auch schon „in den Startlöchern“. Knapp zwei Stunden dauerte das Abladen und Verteilen der Pakete, fast ein Rekord. Maria Kalynec verschloss die Halle mit dem Zollsiegel.
Ich möchte hier erwähnen, dass der Verein Barmherzigkeit im September seine Selbständigkeit be-kommen hat und in Zukunft unter dem Namen Wohltätige Stiftung „Chodoriver Barmherzigkeit“ geführt wird. Nach diesem wichtigen Augenblick fuhren wir mit dem polnischen Fahrer und einigen Helfern zum Mittagessen ins „Delphin“, wo Maria Kalynec ein kleines Mittagessen für uns bestellt hatte. Nach dem Mittagessen wurden die Papiere des LKW-Fahrers fertig gemacht und Juri brachte ihn wieder hinaus zum LKW, damit er die Heimfahrt antreten konnte. Wir waren noch zum Kaffeetrinken bei Maria Kalynec eingeladen. Da wir am Abend eine Einladung von Dr. Wosnyzja, zu einer Nachfeier seines 60zigsten Geburtstags erhalten hatten, konnten wir ihre Gastfreundschaft nicht allzu lange genießen. Das neblig trübe Vormittagswetter war einem echten „goldenen Oktober“ gewichen und wir freuten uns bei der Fahrt zurück nach Lviv an der wunderschönen Herbstfärbung. Der Abend mit Dr. Wosnyzja war heiter und besinnlich und wir konnten nach den vergangenen wirklich anstrengenden Tagen gut entspannen.
Freitag 26.10.2007
Unsere Tagesplanung war: Besuch der Christbaumkugelfabrik auf dem Weg nach Stryi, Besuch der Caritas in Stryi und noch einmal nach Chodoriv.
8.30 Uhr starteten wir wieder bei dichtem Nebel. In der Christbaumkugelfabrik war unsere Bestellung noch nicht ganz fertig verpackt. Zur Überbrückung bekamen wir eine Führung durch den kleinen Betrieb. Zuerst der Verkaufsraum, in dem viele Kugeln mit verschiedensten Motiven aufgehängt waren. Von hier aus in die Glasbläserei. Aufgrund schlechten Gasdruckes konnten statt der sonst 6 Glasbläserinnen nur 3 arbeiten. Die geblasenen Kugeln wurden in Gold- oder Silberbad getaucht, getrocknet und anschließend noch mal in eine Farbe getaucht und erneut in eine Trockenstraße gestellt. Erst dann kommen sie zum Bemalen. In zwei gut beheizten Räumen saßen einige junge Frauen die die verschiedensten Motive auf die Kugeln zauberten. Mit einer Schneidemaschine wurde zum Schluss der Blasrand abgesägt und die Aufhängung montiert, fertig war die Kugel. Die Arbeit also solche, mit den chemischen Substanzen und dem glitzernden Feinstaub ist nicht ungefährlich und wurde von den Arbeitern ohne jeglichen Schutz durchgeführt. Bei uns wäre in diesem Fall schon längst eine Sicher-heitskommission auf der Matte gestanden!
Wir verluden 8 Kisten Kugeln in den Bus und empfahlen scherzhaft P.Malter, die diversen Schlaglöcher zu umfahren!
In Stryj besuchten wir Frau Mariana Malyj die bei der Caritas Stryj für die sog. Heimpflege alter Menschen verantwortlich ist. Sie war sehr erfreut zu hören, dass in der neuen Lie-ferung auch für sie eine größere Menge Waschpulver vorgesehen ist. Gutes Waschpulver ist immer noch Mangelware. über die Firma Arndt konnten wir zu sehr günstigem Preis 800 kg Waschpulver kaufen, das wir schon in München auf die verschiedensten Einrichtungen aufgeteilt haben. Auch hier wurde unser Antibiotika, Kaffee und Süßigkeiten gerne angenommen.
Gegen Mittag waren wir in Chodoriv wo uns M. Kalynec mit ihren Mitarbeiterinnen im Büro erwartete. Hier kontrollierten P. Malter und M. Salak die Abrechnung des vergangenen halben Jahres, ebenso wurden die Paket- und Adresslisten verglichen und der ganze administrative Teil erledigt. Ein Teil der Christbaumkugeln wurde hier ausgeladen und zwischengelagert, sie sollen von Stefan Duchniy Mitte November nach München gebracht werden. Bei einem kleinen Imbiss bedankte sich P. Malter für die so gute Zusammenarbeit mit M. Kalynec und ihren ehrenamtlichen Helferinnen. Die Fahrt zurück nach Lviv war ähnlich wie am Vortag: herrlich, durchsichtiges Herbstwetter mit kräftig buntem Laub und wunderbaren Ausblicken auf die Landschaft. Gegen 17 Uhr waren wir zurück und um 18 Uhr stand Dr. Losynskyj mit seinem Mitarbeiter vor der Türe. Wir bewirteten die beiden mit der von M. Kalynec gebackenen Torte und einer guten Tasse Kaffee. P. Malter klärte einige Fragen, die ihm von Professor Englert (ILCO) mit auf den Weg gegeben worden waren und in gutem Einvernehmen verabschiedeten wir uns.
Der Gedanke, dass alle Termine nun hinter uns und ein freier Tag vor uns lagen, ließ uns den Abend in völlig entspannter Atmosphäre verbringen.
Samstag, 27.10.2007
Etwas länger schlafen, gemütlich und ohne Hast frühstücken und dann zum Markt. Es ist ziemlich aufregend am Puls der Stadt zu fühlen. Ich bin immer wieder über die Vielfalt dessen was angeboten wird begeistert. Bunte Theken mit Gewürzen aller Art, Fleisch und Wurst, nackte Gänse, Enten und Hühner, Honig, buntes Obst und Gemüse, Milch, Sahne, Quark frisch vom Hof, eingefrorene Fische die langsam vor sich hin auftauen und werden sie nicht verkauft, werden sie wieder eingefroren, ein ewiger Kreislauf! Der Duft und der Geräuschpegel der über allem liegt sind faszinierend. Anschließend zeigten wir Albert Denk „unsere“ Stadt inklusive Rathausturmbesteigung mit Traumausblicken über Lviv. Mittagessen in unserem Stammlokal „bei Frau Steffa“. Ab 16 Uhr waren wir zuhause und das „Cafe Salak“ wurde geöffnet. Einige Freunde schauen vorbei und wir konnten sie mit der guten Torte von Maria Kalynec bewirten.
Sonntag, 28.10.2007
Unsere Abreise haben wir auf 14 Uhr festgelegt. Vormittags ein kleiner Stadtbummel mit einer Einladung zum Mittagessen von Albert Denk, Koffer packen, Auto abholen, laden und von Freunden Ab-schied nehmen. Dann waren wir schon auf dem Weg zur Grenze. Was würde uns erwarten, denn trotz unserer humanitären Papiere, die uns das Vorfahren zur Grenze erlauben, ist jeder Grenzübergang für meine Begriffe ein kleines Abenteuer. Vor der Grenze zählten wir 154 Lkws und ca. 1,5 km Pkws in Zweierreihe. Wir konnten vorfahren, kamen auch relativ gut und schnell durch alle Kontrollen, standen dann aber bei den Polen 1 Stunde, bis sich die Beamten anschickten unsere Pässe zu kontrollieren. Etwas ängstlich waren wir, denn die Kontrollen an der polnischen Grenze sind meist recht streng. Aber dieses Mal fand nur eine ganz oberflächliche und freundliche Kontrolle statt. Aufwiedersehen und eine gute Reise. Hier, auf der polnischen Seite zählten wir weit über 200 Lkws die auf ihre Abfertigung warteten. Mir taten diese Menschen leid. Von der weiteren Fahrt ist nicht viel zu berichten, es klappte alles wie am Schnürchen und wir kamen ohne jeglichen Schwierigkeiten nach Pentling, wo wir uns nach einem Frühstück von Albert Denk verabschieden mussten. Ich glaube er hatte für die nächsten Tage so einiges zu verdauen! Wir waren in diesen Tagen staufrei 3100 km gefahren, aber vor Wolnzach erwischte uns leider doch noch ein Stau!
Ich war müde, dankbar und zufrieden mit dem ganzen Verlauf unserer Reise und, dass wir wieder zuhause waren.
Fazit dieser Reise:
Nach dieser Reise sehen wir uns in unserem Tun und Handeln wieder mehr als bestätigt. Hilfe ist weiter nötig. Besonders die Landbevölkerung braucht dringend unsere Hilfe, aber auch in der Stadt wird, trotz der vollen Schaufenster, die Not sichtbar, z.B. viele Menschen die den Müll nach Verwertbarem durchwühlen. Selbst wenn wir wissen, dass unsere Hilfe nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist, so sind wir uns bewusst, dass auch ein steter Tropfen den Stein höhlen kann. Dass diese Hilfe nicht selbstverständlich ist spüren wir an der großen Dankbarkeit der Menschen.
Seit dem Frühjahr beschäftigt uns der Gedanken wie wir mit unserem Alter, der etwas nachlassenden Spendenbereitschaft und auch hin und wieder ankommender Kritik an unseren Aktionen umgehen sollen. Fest steht, dass die meisten aktiven Mitglieder über 60zig Jahre sind. Ich persönlich würde jetzt sofort etwas salopp sagen: „Was soll´s, die Alten sind doch noch fit!“, wenn ich nicht auch schon zu den Alten zählen würde, wobei ich aber nach wie vor, noch fast ohne größere Wehwehchen an den Aktionen teilnehmen kann. Aber wie lange noch?! So wie mir geht es einigen unserer Vereinsmitglieder. Was mich immer wieder am Weitermachen bestärkt ist das, was ich in der Ukraine mit meinen eigenen wachen Augen sehe. Es muss weitergehen, das ist auch der Grundtenor unserer Gruppe.
Die Zwischentöne in manchem Gespräch, dass sich der Verein durch vermehrte Krankenhausbetten-lieferungen vom eigentlichen Ziel, den Armen zu helfen entfernt hat, nehmen wir ernst. Sicherlich hat der Verein sich bei der Gründung 1994 Ziele gesetzt. Aber die Zeit bleibt nicht stehen und unsere Transporte wurden von mal zu mal größer. Unsere Hoffnung, dass der ukrainische Staat nach einer absehbaren Zeit sich mehr um soziale Belange kümmern würde, hat sich nicht erfüllt. Mehr und mehr kamen neben der Versorgung armer Familien die Bitten von öffentlichen Einrichtungen, wie z.B. Krankenhäuser, Schulen, Kinderheimen etc. an unseren Verein, sie mit Einrichtungsgegenständen zu versorgen. Wir haben in den letzten Jahren erlebt, dass Krankenhäuser und Schulen hier in München Neuanschaffungen machten und alte Dinge, noch in bester Ordnung nur nicht mehr modern und den Ansprüchen der Gesellschaft genügend, entsorgt werden sollten. Wer die Zustände in den Krankenhäusern und Psychiatrien mit eigenen Augen gesehen hat, für den ist das eine Selbstverständlichkeit, dass bei diesen Angeboten, bevor sie in der Müllpresse landen, zugegriffen werden muss. Die Dankbarkeit der Ärzte ist fast grenzenlos. Ja, sie geht sogar soweit, dass Dr. Wosnyzja, als wir bei einem Gespräch von diesen Klinikangeboten erzählten, uns bat diese angebotenen Dinge unbedingt anzuneh-men. Er persönlich wäre bereit mit Freiwilligen aus der Ukraine zu kommen, um einen LKW zu laden und er würde alles versuchen auch Spenden von Ukrainern zu bekommen, um diese Transporte mitzu-finanzieren. Auch der Aspekt von uns älteren, die den Krieg und die nachfolgenden schweren Jahre – wenn auch nur als Kind – miterlebten, dem wird sich innerlich alles sträuben, wenn er weiß, dass völlig intakte Einrichtungsgegenstände in die Müllpresse kommen sollen.
Wir vom Verein und auch Frau Röder-Thiede, die ca. 150 bedürftige Familien und Anstalten mit Kleidung und Schuhen versorgt, und im Jahr ca. 10 t in die Ukraine bringen lässt sehen, dass bei unseren dreimal im Jahr stattfindenden Sammelaktionen nach wie vor viel Kleidung, Schuhe und alle Dinge die im Haushalt gebraucht werden, gespendet werden. Diese Dinge kommen ausschließlich den armen Familien, Waisenhäusern, Krankenhäusern und Psychiatrien zugute. So haben wir die Notwendigkeit der Versorgung der armen Bevölkerung auf dem Land nicht aus den Augen verloren, es hat sich nur der Blickwinkel verschoben. Und wenn ich es nüchtern betrachte, kommt dieser verschobene Blickwinkel auch wieder nur den Ärmsten der Armen zugute. Ich hoffe und bete immer vor jeder Fahrt, dass wir keinen Unfall haben und nicht in ein ukrainisches Krankenhaus eingeliefert werden müssen.
Eine andere, sehr persönliche Meinung entspringt meiner christlichen Ausrichtung, meinem Glauben. Für mich als praktizierenden Christ ist es wichtig jeden Tag unter Gottes Wort zu stellen. Dafür habe ich die Herrenhuter Tageslosungen. Am 25.09.07 hatten wir Vorstandssitzung, um die Aktivitäten zu koordinieren und auch darüber nachzudenken wie es mit unserer Arbeit weitergehen soll. Nach dieser Sitzung gingen wir etwas deprimiert auseinander. Tags drauf, dem 26.09.07 war die Tageslosung: „Tu, was dir vor die Hände kommt; denn Gott ist mit dir.“ 1. Samuel 10,7 und der Lehrtext an diesem Tag: „Wer weiß, was er zu tun hat, und tut es nicht, der macht sich schuldig.“ Jak. 4,17. Das war für mich persönlich eine klare Anweisung mit meinen kleinen Kräften weiterzumachen und andere zu animieren mitzumachen. Wir können diese Arbeit aber nur dann in diesem Umfang weiter-führen, wenn wir Hilfe von jüngeren Menschen bekommen. Menschen, die bereit sind sich für andere zu engagieren! Wenn wir in unserem Freundeskreis weiter dafür werben, dass Menschen die Hände aufmachen, um uns finanziell zu unterstützen, denke ich, dass daraus ein Schneeballsystem entste-hen kann. Je mehr Menschen von unserer Arbeit wissen, desto besser. Wir haben dieses Jahr neben den regulären Transporten einige Sondertransporte, weil es die Situation erforderte (sprich, wir kein Lager haben), auf den Weg gebracht. Wir suchen nach wie vor nach einem geeigneten Raum und wir suchen weiter nach freiwilligen Helfern, die uns bei den Aktionen unterstützen, d.h., die sich be-reit erklären 3 – 4x im Jahr für einige Stunden, für einen guten Zweck, mitzuarbeiten, und wir su-chen großzügige Sponsoren die uns finanziell unterstützen. Geben Sie den Bericht weiter, damit mehr Menschen von unserer Arbeit erfahren und vielleicht haben Sie Tipps und Anregungen die Hilfe für uns sein können!
12.11.2007Â – Brigitte Hovland
Unser Spendenkonto:
Stadtsparkasse München – Konto Nr. 40-138028 BLZ 701 50 00
Bei Überweisungen den Verwendungszweck angeben. ZB. Transportkosten oder Kinderferien oder Waisenhaus Turka etc. Auch die Adresse nicht vergessen zwecks Spendenbescheinigung
Wir sind auch im Internet zu finden: www.ukrainehilfe.org und per Email können Sie Tipps und Anregungen geben:
Ukraine.aktivhlfe@uni.de